15 November 2017 26,5 tiefe Baugrube zübig ausgehoben
In Brunsbüttel werden langsam die ersten Konturen der neuen Schleusenanlage sichtbar. Und obwohl Projektkoordinator Ernest Niëns am liebsten noch viel kräftiger aufs Gaspedal treten würde, wurden seit dem letzten Bericht aus dem Norden Deutschlands wiederum große Fortschritte erzielt. So ist die Aushebung der ersten Baugrube der Schleusenkammer, das Schleusenhaupt, nahezu fertiggestellt. Während das gesamte Projektteam von Martens en Van Oord voriges Mal noch unter voller Anspannung stand, da dieses Bauvorhaben auch für uns eine einzigartige Aufgabe darstellt, kann mittlerweile jeder stolz auf das Erreichte zurückblicken.

Sorgen unbegründet
„Im Mai haben wir mit dem Nassaushub begonnen“, so Ernest im Rückblick. „Wir wussten bereits im Voraus, dass uns dabei nicht geringe Herausforderungen erwarteten. Wie beispielsweise die Aushebung bis in eine Tiefe von 26,5 m, der Zeitdruck, unter dem dies geschehen musste, der eventuell vorhandene Schlick, das Befreien der Spundwände von Erdreich und die Möglichkeit, bei den Aushebungsarbeiten im Boden auf Fremdbestandteile zu stoßen. Letzten Endes erwiesen sich unsere Sorgen als unbegründet. Denn dank einer gründlichen Vorbereitung und eines guten Projektteams konnten alle Aufgaben reibungslos bewältigt werden.“

Andere Aufgaben
In der Zwischenzeit widmet sich das Projektteam einigen anderen Punkten. So arbeitet es derzeit an der Demontage des Förderbands, mit dem der Aushub auf der Schleuseninsel in den vergangenen Monaten abtransportiert wurde. „In erster Instanz sollten zu diesem Zweck zwei neue Anlegers gebaut werden“, erläutert Ernest. „Aber weil das Gelände, auf dem das geschehen sollte, wegen eventueller Blindgänger nicht freigegeben wurde, hatten wir angeboten, unser Transportband aufzubauen. Da die erste Anleger jetzt doch noch fertiggestellt wurde, kann unser Band wieder in die Niederlande verbracht werden.“ Eine weitere Aufgabe, die das Projektteam in Angriff genommen hat, ist die Abtragung eines alten Schutzbauwerks. Dieser Deich diente zum Schutz des Baugeländes vor Hochwasser. Da der Auftraggeber ein temporäres Hochwasserschutz gebaut hat, kann MvO die circa 50.000 m3 Material noch in diesem Jahr abtragen und zum Bodenlager im Dyhrrsenmoor transportieren.

Planung 2018
Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, folgen im kommenden Jahr die echten neuen Herausforderungen. Ernest kann es kaum abwarten. „Wir gehen davon aus, zum Ende des Frühjahrs die Aushebung des zukünftigen Vorhafens starten zu können. Wiederum ein Auftrag, der unter anderem wegen der Wasserstände, der zu erreichenden Tiefe und des eventuellen Vorhandenseins von Fremdbestandteilen im Boden bereits im Vorfeld gründlich vorbereitet werden muss. Des Weiteren hoffen wir im kommenden Jahr, nach dem Außenhaupt, auch mit der Aushebung des Binnenhaupts beginnen zu können. Und schließlich ist in dem von uns im Jahr 2015 angelegten Bodenlager im Dyhrrsenmoor noch viel Arbeit zu verrichten. Dort müssen schätzungsweise rund 200.000 m3 Material, das im Zwischenlager trocknen konnte, in das Endlager verbracht werden.“

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